Diesen Satz höre ich in fast jedem zweiten Gespräch mit Unternehmern. Meistens folgt darauf gleich der nächste: „Die Jungen wollen nicht mehr arbeiten.“ Und so weiter. „Keiner denkt mit." „Alle schauen nur auf die Uhr." „Die interessieren sich doch nur fürs Geld." Ich könnte das noch beliebig fortsetzen.

Weißt du, was ich in solchen Momenten denke? Selbst schuld. Du bekommst genau die Leute, die du erwartest.

Wer seine Mitarbeiter für faul hält, kontrolliert sie. Wer kontrolliert wird, macht irgendwann Dienst nach Vorschrift. Und wer Dienst nach Vorschrift sieht, fühlt sich bestätigt. Damit schließt sich der Kreis.

Die Guten merken das übrigens als Erste. Oft schon im Vorstellungsgespräch. Die spüren in zehn Minuten, ob du Menschen suchst oder Lückenfüller. Und dann unterschreiben sie bei dem, der ihnen etwas zutraut. Und du wunderst dich, warum du geghostet wirst.

Meine Haltung war immer klar und wahr: Ich traue jedem erst mal mehr zu, als er oder sie sich selbst zutraut. Bin ich dabei schon enttäuscht worden? Klar. Doch das nehme ich in Kauf. Mir ist es lieber, mal eine personelle Fehlentscheidung zu treffen als ein Team von C-Mitarbeitern um mich zu haben, wo jeder nur das Nötigste abliefert, und keine Lust hat, mal über den Tellerrand zu schauen.

Ein kleiner Tipp noch zum Schluss, bevor du die nächste Stellenanzeige schaltest: Sei ehrlich mit dir selbst, was du über die Leute denkst, die schon bei dir arbeiten. Die lesen das nämlich jeden Tag in deinem Gesicht.

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